Knie

Unser Dreh- und Beugepunkt

Das Knie stellt die bewegliche Verbindung zwischen Oberschenkelknochen und Schienbein her und ist als größtes Gelenk des menschlichen Körpers ein Getriebegelenk. Es verbindet Oberschenkel, Kniescheibe und Schienbein miteinander und wird dabei von einem komplexen Bandapparat stabilisiert. Als Dreh-Scharnier-Gelenk kann das Knie gebeugt und gedreht werden. Die Beugung setzt sich aus Abroll- und Gleitbewegungen zusammen. Im gebeugten Zustand ist die Rotation möglich. Es ermöglicht Gleit-, Roll- und Drehbewegungen und im Laufe seines Lebens beugt und streckt es sich millionenfach.

Der C-förmige Innenmeniskus und der fast kreisrunde Außenmeniskus gelten als „ausgleichende Stoßdämpfer“, weil sie einerseits die Ungleichheit zwischen der Gelenksfläche des Ober- und Unterschenkels ausgleichen und andererseits aufgrund ihres weichen Knorpels eine gewisse Stoßdämpferfunktion ausüben.

Zur Stabilisierung des Kniegelenks dient ein komplexer Bandapparat. Die Seitenbänder (Innen- und Außenband) stabilisieren gegen die seitliche Verbiegung. Die Kreuzbänder verlaufen in der Gelenkhöhle und überkreuzen sich, von Vorne betrachtet, in ihrem Verlauf. Zusätzlich gibt es noch einige Bänder, welche die Menisken verankern, die Kniescheibe stabilisieren und die Gelenkkapsel verstärken.

Behandlungsspektrum Knie

  • Bandverletzungen (vorderes Kreuzband, hinteres Kreuzband, Außenband, Innenband, komplexe Mehrbandrekonstruktionen, Revisionseingriffe)
    • Individuelle Transplantatwahl je nach Verletzungsbild, beruflichem und sportlichem Anforderungsprofil
      • Quadricepssehne
      • Hamstringsehnen (Beugessehnen vom Oberschenkel)
      • Patellasehne (Kniescheibensehne)
      • Spendersehne (Allograft)
  • Fraktur
    • Tibiakopffraktur
    • Patellafraktur
    • Knöcherner Bandausriss
  • Meniskus
    • Meniskusnaht
    • Meniskusteilresektion
    • Meniskustransplantation
    • Therapie bei Meniskusganglion
  • Instabilität des Patellafemoralgelenkes
    • Bandrekonstruktion
    • Korrektur von Achse und Rotation
    • Trochleaplastik
  • Knorpel
    • Mikrofraktur
    • Knorpeltransplantation
    • osteochondraler Transfer
  • Arthrose
    • konservative Therapie (Infiltration, Schienen-, Schuheinlagenversorgung)
    • gelenkerhaltende Therapie – Osteotomie
    • Endoprothetik: Totalendoprothese, Teilendoprothese (Hemiprothese / Schlittenprothese, Ersatz des Patellofemoralgelenkes)

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Spezielle Erkrankungen des Kniegelenks

Patellasehnenentzündung – Patellaspitzensyndrom

Ursachen

Die Patellasehne überträgt die gesamte Kraft des größten Oberschenkelmuskels über die Kniescheibe auf den Unterschenkel. Belastungen führen unweigerlich zu kleinsten Verletzungen (Microtraumata), welche normalerweise problemlos ausheilen. Bei Über- oder Fehlbelastungen kommt es jedoch zu Vernarbungen, zum Einsprossen von Blutgefäßen und zur Schwellung. Wird die Patellasehnenentzündung nicht ursächlich behandelt, kann es zu chronischen Beschwerden oder sogar zum Abriss der Sehne kommen.

Typische Beschwerden

Stechende Schmerzen bei und nach Belastung, Druckschmerz entlang der Sehne oder an ihrem Ursprung bzw. Ansatz sind charakteristisch. Häufig ist begleitend eine Schwellung sichtbar.

Möglichkeiten der Therapie

  • Aktive Kräftigung
    Um die überlastete Muskulatur zu stärken und ein neuerliches Auftreten der Beschwerden zu verhindern, ist gezieltes Krafttraining unerlässlich.
  • Dehnung
    Regelmäßige Dehnung der betroffenen Muskulatur vermindert die Vorspannung und beeinflusst den Heilungsprozess positiv.
  • Beinachsentraining
    Dadurch kommt es zu einer signifikanten Belastungsreduktion im Kniegelenksbereich.
  • Lokale Massagen
    Durch Selbstmassage können Muskelverhärtungen behoben und die Durchblutung verbessert werden.
  • Entzündungshemmende Medikamente
    Einerseits als Salbe, Gel oder Spray über die Haut, andererseits als Tablette eingenommen, können sie einen wertvollen Beitrag zur Beschwerdebesserung leisten.
  • Stoßwellentherapie
    Durch die gebündelten Druckwellen wird die lokale Durchblutung gefördert, Entzündungsprozesse günstig beeinflusst und die Muskulatur entspannt.
  • Alter-G
    Laufen auf dem „Anti-Schwerkraft Laufband“ hat einen positiven Effekt auf die Heilung.
  • Infiltrationen
    Bei langanhaltenden Schmerzen kann eine Injektion von aktiviertem Eigenblut (ACP) erwogen werden.
  • Operationen
    Bei operativen Eingriffen wird, offen oder arthroskopisch, die Patellaspitze abgerundet. Gleichzeitig kann abgestorbenes Gewebe entfernt werden.

Tractus Iliotibialis-Syndrom – Das Läuferknie

Ursachen

Bei Beugung des Kniegelenkes gleitet eine breite Sehnenplatte (Tractus Iliotibialis) über die Außenseite des Oberschenkelknochens knapp oberhalb des Gelenkes. Bei monotonen Bewegungsabläufen (Laufen, Rad fahren) kann es zur Überreizung in diesem Bereich kommen. Auslösend können Beinachsenfehlstellungen, ungünstiger Untergrund, schlechtes Schuhwerk und Trainingsfehler sein. Meist liegt eine Schwäche oder Verkürzung der Gesäßmuskulatur (Gluteus Medius) zugrunde. Ziel der Behandlung sind eine Korrektur des Muskelungleichgewichtes und eine Stabilisierung der Beinachse um dadurch eine Normalisierung des Bewegungsablaufes zu erreichen.

Typische Beschwerden

Plötzliche, starke, stechende Schmerzen an der Außenseite des Kniegelenkes, die nach einiger Zeit (15-30min) auftreten, aber relativ rasch wieder abklingen.

Möglichkeiten der Therapie

  • Aktive Kräftigung
    Um die überlastete Muskulatur zu stärken und ein neuerliches Auftreten der Beschwerden zu verhindern, ist gezieltes Krafttraining unerlässlich.
  • Dehnung
    Regelmäßige Dehnung der betroffenen Muskulatur vermindert die Vorspannung und beeinflusst den Heilungsprozess positiv.
  • Beinachsentraining
    Dadurch kommt es zu einer signifikanten Belastungsreduktion im Kniegelenksbereich.
  • Lokale Massagen
    Durch Selbstmassage können Muskelverhärtungen behoben und die Durchblutung verbessert werden. Mit einer Blackroll o.ä. werden Faszienverklebungen gelöst und die Spannung verringert.
  • Entzündungshemmende Medikamente
    Einerseits als Salbe, Gel oder Spray über die Haut, andererseits als Tablette eingenommen, können sie einen wertvollen Beitrag zur Beschwerdebesserung leisten.
  • Stoßwellentherapie
    Durch die gebündelten Druckwellen wird die lokale Durchblutung gefördert, Entzündungsprozesse günstig beeinflusst und die Muskulatur entspannt.
  • Infiltrationen
    Langanhaltenden Schmerzen kann eine Injektion Kortikoides erwogen werden. Anders als bei anderen Sehnen besteht dadurch keine Gefahr des Reißens (Rupturgefahr).
  • Operationen
    Bei operativen Eingriffen wird, offen oder arthroskopisch, der Tractus iliotibialis eingekerbt und dadurch die Spannung verringert. Gleichzeitig kann abgestorbenes Gewebe entfernt werden.

Chronische mediale Knieinstabilität