Hüfte

Das größte Kugelgelenk unseres Körpers

Das Hüftgelenk ist das größte Kugelgelenk unseres Körpers. Die Hüftpfanne und der Kopf des Oberschenkelknochens (Femurkopf) stehen durch das Hüftgelenk in gelenkiger Verbindung. Der Oberschenkelkopf wird dabei von der Hüftpfanne bis zur Hälfte umfasst, dies gibt dem Hüftgelenk eine gute knöcherne Führung. Diese gute Führung wird zusätzlich durch einen knorpeligen Saum, der Gelenklippe, unterstützt.

Gemeinsam mit der unteren Rückenmuskulatur sorgt die Hüftmuskulatur im Hüft- und Oberschenkelbereich für die Stabilisierung, fängt Stöße ab und bringt Knie und Füße in die richtige Position. Mit dem unteren Rücken gemeinsam ist die Hüfte Dreh- und Angelpunkt der Kraftübertragung bei fast allen körperlichen Betätigungen.

Wir belasten unser Hüftgelenk bei jedem Schritt mit dem Mehrfachen unseres Körpergewichts – beim Treppensteigen beispielsweise wirkt beinahe das dreifache Köpergewicht auf die Hüfte ein. Während die Belastung bei manchen Sportarten, wie Laufen oder Springen, besonders hoch ist, ist sie bei anderen, wie Radfahren oder Schwimmen deutlich geringer.

Behandlungsspektrum Hüfte

Spezielle Erkrankung des Hüftgelenks

Arthrose des Hüftgelenks

Als Arthrose wird ein fortschreitender Abrieb des Gelenkknorpels bezeichnet, der einerseits altersbedingt auftreten, aber auch durch Verletzungen oder angeborene Fehlbildungen verursacht sein kann. Dabei werden die Gelenkflächen nach und nach zerstört und es kommt zu den typischen Beschwerden wie Anlauf- und Nachtschmerzen sowie Bewegungseinschränkungen.

Historie

Die ersten Versuche der Implantation eines künstlichen Hüftgelenkes gehen bis ins Jahr 1821 zurück, seither wurden verschiedenste Materialien erprobt. Erst Sir John Charnley führte 1959/60 den Knochenzement ein und verwendete einen Kunststoff (Polyethylen) als Gleitpartner der Prothese. Seitdem sind die Grundzüge der Hüftendoprothetik gleich geblieben, Fortschritte in den Bereichen Reibungslehre, Materialforschung, Biomechanik und operative Techniken haben zu einer signifikanten Verbesserung der Verträglichkeit und Lebensdauer der Implantate geführt. So sind heute statistisch rund 95 von 100 Hüftprothesen nach 20 Jahren noch intakt.

Ursachen

  • Mechanische Ursachen (Fehlstellungen)
  • Unfälle (Schenkelhalsfrakturen)
  • Durchblutungsstörungen (Hüftkopfnekrose, Morbus Perthes
    Chronische Polyarthritis)

Symptome

  • Anlaufschmerz , Nachtschmerz
  • Belastungs- und Ruheschmerz in Leiste, Gesäß, Oberschenkel
  • Zunehmende Bewegungseinschränkung
  • Hinken

Risikofaktoren

  • Mechanische Fehlbelastung
  • Genetische Einflüsse
  • Übergewicht

Möglichkeiten der Behandlung

Operationstechnik / Zugang zur Hüfte

Es existieren verschiedene Zugänge zur Hüfte, die jeweils unterschiedliche Vor- und Nachteile haben. Die große Herausforderung liegt für den Operateur darin, einerseits das Gelenk gut und vollständig einsehen zu können, um ausreichend Platz für das Einbringen der Implantate zu haben. Andererseits hat der Arzt den Anspruch, das Kapselgewebe und die Muskulatur bestmöglich zu erhalten bzw. zu schonen und die umgebenden Nerven und Blutbahnen zu schützen. Die Implantation eines künstlichen Gelenkes kann prinzipiell zementiert oder zementfrei erfolgen. In der Hüftendoprothetik verwenden wir fast ausschließlich zementfreie Implantate.

Komponenten der Hüftprothese

Moderne Hüftendoprothesen sind modular aus mehreren Komponenten mit unterschiedlichen Materialien aufgebaut. So bestehen der Schaft, der im Oberschenkelknochen eingebracht wird, sowie die Pfanne , die im Becken verankert wird, aus Titan. Der Prothesenkopf ist aus Keramik, das Inlay (Gleiteinlage) für die Pfanne aus Polyethylen oder Keramik. Dadurch wird einerseits eine individuelle Anpassung an die Anatomie des Patienten ermöglicht, andererseits der Abrieb der Materialien so gering wie möglich gehalten.

Nach der Operation

Die Patienten mit einer neuen Hüfte können am Tag nach der OP an Krücken belasten. Eine volle Belastung ist – bei entsprechender Einhaltung des individuell abgestimmten Nachbehandlungsplanes – nach etwa drei bis vier Wochen erlaubt. Der stationäre Aufenthalt beträgt in der Regel sieben bis zehn Tage, anschließend ist entweder eine ambulante physiotherapeutische Nachbetreuung oder ein Anschlussheilaufenthalt in einem der Reha-Zentren sehr empfehlenswert. Hüftoperationen sind mit einem erheblichen Thromboserisiko behaftet, deshalb ist eine vorbeugende Gabe eines blutverdünnenden Medikamentes (Thrombosespritze) für die Dauer von fünf Wochen angezeigt. Zusätzlich empfehlen wir das Tragen eines Kompressionsstrumpfes.

Sportliche Aktivität

Sport trägt allgemein zur Gesundheit bei. Natürlich erhöht eine vermehrte Belastung aber den Abrieb der Prothesenkomponenten. In Studien konnte jedoch gezeigt werden, dass die Verbesserung von Kraft und Koordination durch sportliche Betätigung einen positiven Effekt auf die Lebensdauer des Kunstgelenkes hat. Jede Sportart, die vor der Operation sicher ausgeübt werden konnte, kann auch mit einem künstlichen Hüftgelenk betrieben werden. Lediglich Sportarten mit Hoher Lauf- und Sprungbelastung (z.B. Fußball, Basketball, Laufen) sollten gemieden werden.