Schulter

Unser Dreh- und Angelpunkt

Die Schulter ist das Gelenk des Menschen mit der größten Beweglichkeit und den größten Freiheitsgraden. Es wird vom Oberarmkopfknochen und dem Schulterblatt gebildet und stellt die Verbindung des Armes mit dem Rumpf her.

Durch die Aufrichtung vom vier- zum zweibeinigen Gang hat sich die Position des Schulterblattes am Brustkorb verändert. Das Schulterblatt und damit die Lage der gesamten oberen Extremität ist nach hinten und nach unten gewandert. Das hat die Biomechanik des Gelenkes grundlegend verändert und ihm insbesondere eine größere Bewegungsfreiheit verschafft. Durch den koordinierten Ablauf der Bewegungskette in ihren einzelnen Elementen sind wir in der Lage mit der oberen Extremität sehr präzise und kraftvolle Tätigkeiten auszuführen. So wurde es dem Menschen einerseits möglich, Gegenstände wie einen Speer zur Jagd herzustellen, diesen dann aber auch mit hoher Beschleunigung und Zielgenauigkeit zu werfen.

Das hat dem Menschen in der Entwicklungsgeschichte Vorteile gegenüber anderen Spezies verschafft. Primaten, wie zum Beispiel der Schimpanse, haben zwar wesentlich mehr Kraft, können aber bei Weitem nicht so präzise und schnell werfen wie der Mensch. Dadurch wurde der Mensch zum erfolgreichen Jäger, was unsere weitere Entwicklung wohl maßgeblich beeinflusst hat.

Allerdings macht diese extreme Mobilität die Schulter für Abnutzungserscheinungen und Verletzungen anfällig. Sowohl im Alltag, beim Arbeiten, aber auch beim Sport, entstehen unwahrscheinlich hohe Belastungen für dieses so leistungsfähige aber fragile Gelenk.

Die häufigsten Schulterverletzungen:

  • Schultereckgelenksprengung
  • Schulterluxation
  • Schlüsselbeinbruch
  • Oberarmkopfbruch
  • Einriss der langen Bizepssehne
  • Sehnenabriss

Die häufigsten degenerativen Veränderungen der Schulter:

  • Kalkablagerungen
  • Akute und chronische Entzündung der Kapsel („Frozen shoulder“)
  • Sehnenentzündungen
  • Einrisse der Rotatorenmanschette
  • Gelenkabnutzung (Arthrose)
  • Nervenengpass-Syndrome

Behandlungsspektrum Schulter

Spezielle Erkrankung der oberen Extremität

Epicondylitis – Tennis- und Golfellenbogen

Ursachen

Bei Schmerzen am Knochenvorsprung an der Außenseite des Ellenbogens (Epicondylitis humeri radialis, Tennisellenbogen) handelt es sich meist um eine Überlastung des Ursprunges der Streckmuskulatur der Finger und des Handgelenkes. Im Gegensatz dazu ist beim sogenannten Golferellenbogen (epicondylitis humeri ulnaris) die Beugemuskulatur an der Ellenbogeninnenseite betroffen. Bei beiden findet man unter dem Mikroskop vermehrte Gefäßbildung als Ausdruck einer Entzündung und vermehrt Eiweißeinlagerung als Zeichen des Zellunterganges (Nekrose).

Typische Beschwerden

Der Ansatzbereich der betroffenen Muskulatur ist druckempfindlich, eine begleitende Schwellung fehlt meistens. Bei Beugung bzw. Streckung des Handgelenkes gegen Widerstand kommt es zu starken Schmerzen an der Innen- bzw. Außenseite des Ellenbogens.

Möglichkeiten der Therapie

  • Aktive Kräftigung
    Um die überlastete Muskulatur zu stärken und ein neuerliches Auftreten der Beschwerden zu verhindern, ist gezieltes Krafttraining unerlässlich.
  • Dehnung
    Regelmäßige Dehnung der betroffenen Muskulatur vermindert die Vorspannung und beeinflusst den Heilungsprozess positiv.
  • Lokale Massagen
    Durch Selbstmassage können Muskelverhärtungen behoben und die Durchblutung verbessert werden.
  • Entzündungshemmende Medikamente
    Einerseits als Salbe, Gel oder Spray über die Haut, andererseits als Tablette eingenommen, können sie einen wertvollen Beitrag zur Beschwerdebesserung leisten.
  • Stoßwellentherapie
    Durch die gebündelten Druckwellen wird die lokale Durchblutung gefördert, Entzündungsprozesse günstig beeinflusst und die Muskulatur entspannt.
  • Infiltrationen
    Bei langanhaltenden Schmerzen kann eine Injektion z.B. von aktiviertem Eigenblut (ACP) erwogen werden.
  • Bandagen
    Vor allem bei Patienten mit schwerer manueller Tätigkeit können sie als Ergänzung zur Basistherapie verwendet werden.
  • Operationen
    Bei operativen Eingriff en wird abgestorbenes Gewebe am entzündeten Sehnenansatz entfernt und dieser dann wieder refixiert.