15 Praxis Magazin Frühl ing 2017 Auf den Punkt gebracht HÜFTENDOPROTHESE Durch die medizinische Entwicklung zur verbesserten Lebensqualität Die ersten Versuche der Arthrose durch die Implantation eines künstlichen Hüftge lenks Herr zu werden gehen bis ins Jahr 1821 zurück Der fortschreitende Abrieb des Gelenkknorpels der einerseits altersbedingt aber auch durch Verletzungen oder angeborene Fehlbildungen bedingt sein kann bringt typische Schmerzen und eine immer stärkere Bewegungseinschränkung mit sich Bestrebungen diesem entgegenzuwirken gab es daher schon früh Verschiedenste Materialien wurden im Laufe der Zeit erprobt doch meist scheiterten sie an mangelnder Verankerung im Knochen und hohen Infektionsraten Erst um 1960 führte Sir John Charnley den Knochenzement ein und verwendete zudem Polyethylen als Gleitpartner der Prothese was zu deutlich längerer Haltbarkeit führte Bis heute wurden zahlreiche Fortschritte in verschiedensten Bereichen erzielt die sowohl zu einer signifikanten Verbes serung von Verträglichkeit und Lebensdauer der Implantate führten als auch zu erheblich geringeren Operationsrisiken Dennoch sind die Grundzüge der Hüftendoprothetik seit damals gleich geblieben Die großen Herausforderungen für Operateure liegen heute einerseits darin das Gelenk gut und vollständig einsehen zu können sowie ausreichend Platz für das Einbringen der Implantate zu haben und andererseits Kapselgewebe und Muskulatur dabei bestmöglich zu schonen sowie umgebende Nerven und Blutbahnen zu schützen Moderne Implantate sind weitgehend zementfrei verwendbar und ermöglichen durch ihre besondere Oberflächenbeschaffenheit ein Einwachsen im Knochen Sie sind modular aus mehreren Komponenten unterschiedlicher Materialien aufgebaut und gewährleisten eine individuelle Anpassung an die Anatomie des Patienten bei gleichzeitiger Minimierung des Materialabriebs Eine Hüftendoprothese erfordert heute einen durchschnitt lichen stationären Aufenthalt von sieben bis zehn Tagen ermöglicht bereits am Tag nach der Operation eine Belastung an Krücken und erlaubt eine volle Belastung nach etwa drei bis vier Wochen Dringend empfohlen wird eine physiothe rapeutische Nachbetreuung bzw ein Reha Aufenthalt Da Hüftoperationen mit einem erheblichen Thromboserisiko verbunden sind wird über fünf Wochen ein blutverdünnendes Medikament verordnet und das Tragen von Kompressions strümpfen nahegelegt Dass Sport nicht nur vielen Menschen wichtig ist für Wohlbe finden und Gesundheit sondern durch Verbesserung von Kraft und Koordination auch positive Effekte auf die Lebensdauer des Kunstgelenks mit sich bringt konnte in entsprechenden Studien bestätigt werden Somit kann bis auf Sportarten mit hoher Lauf und Sprungbelastung jede Sportart die vor der Operation sicher ausgeübt werden konnte auch mit einem künstlichen Gelenk betrieben werden Einer aktiven Zeit mit Hüftendoprothese steht somit nichts im Wege

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